Wir über uns? 2012 Im Lauf der Zeit...Die Rubrik „Im Lauf der Zeit“ soll einen Überblick über wichtige Ereignisse im Leben unserer Gemeinschaft bieten und einige Aspekte des Alltaglebens beleuchten.
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Vom 13. April bis 13. Mai 2012 fand in Trier eines der größten religiösen Ereignisse des Jahres statt: Die Wallfahrt zur Tunika Christi, dem nahtlosen Leibrock des Herrn, über den die Soldaten bei der Kreuzigung Christi das Los geworfen haben (Jo. 19, 23-24). Dieses Symbol der Menschwerdung Gottes und der Einheit der Kirche wurde nur drei Mal im letzten Jahrhundert ausgestellt.
Auch die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften wollten zu dieser wertvollen Reliquie der Christenheit pilgern und begannen ihre Wallfahrt am 20. April in der Basilika St. Matthias.
Die Heilige Messe am 21. April feierte Walter Kardinal Brandmüller für die beeindruckende Zahl von 2500 Gläubigen in der altehrwürdigen Abteikirche St. Maximin als feierliches Pontifikalamt, wobei Diözesanbischof Ackermann der Heiligen Messe beiwohnte. Im Anschluss an zogen die Pilger zum Dom, um die kostbare Reliquie zu verehren. Der Tag fand seinen Abschluss mit einer feierlichen Pontifikalvesper.
Das Sonntagshochamt zelebrierte der Regens des Priesterseminars für die aus ganz Deutschland und den Anrainerstaaten angereisten Wallfahrer.
Dieses schöne Zeugnis gemeinsamen Betens ruft auch die jährliche Wallfahrt in Altötting in Erinnerung, die Jahr für Jahr Gläubige aus dem ganzen Land zur Muttergottes pilgern lässt. Vielleicht gibt das gemeinsame Glaubenszeugnis von Trier auch Anlass, noch mehr Pilger zu einer Wallfahrt nach Altötting zu ermutigen.
Die Einladung eines Diözesanpriesters führte einen Teil der französischsprachigen Seminaristen am Ende ihrer Osterferien in eine Pfarrei ins Elsass. Die Gemeindemitglieder nahmen die Besucher herzlich in ihren Familien auf und freuten sich, mit ihnen ins Gespräch kommen zu können.
Am Samstagsabend versammelten sich die Gäste zu einer gemeinsamen Sakramentsandacht. In der vollbesetzten Peter- und Paulskirche zelebrierte der Subregens des Priesterseminars am Sonntagmorgen ein levitiertes Hochamt. Vor der Predigt hieß der Ortspfarrer die Seminaristen herzlich willkommen und betonte, dass „unser gegenseitiges Kennenlernen zu der Erkenntnis führt, dass wir auf der Suche nach demselben Christus sind, den wir lieben und den wir in unserem Leben lebendig werden lassen wollen, genauso, wie Seine Kirche. Es gibt keine ‚Leute von Gestern‘ oder ‚Leute von Morgen‘, sondern, indem wir einen Leib bilden, gehören wir alle dem einen Christus an.“
Im benachbarten, frisch renovierten Marienheiligtum fand der freudenreiche Tag mit einer feierlichen Vesper seinen Abschluss: Nachdem sich die Seminaristen von ihren liebenswürdigen Gastgebern verabschiedet hatten, brachen sie für das letze Trimester des Studienjahres nach Wigratzbad auf.
Am 19. März brach die Seminargemeinschaft nach Irsee auf, um das Fest des heiligen Josef mit einer Heiligen Messe in der dortigen schönen ehemaligen Benediktinerabtei zu feiern. In der heutigen Pfarrkirche zelebrierte Pater Jose Calvin die Heilige Messe für die Wohltäter des Seminars und nutze die beeindruckende Kanzel in der Form eines Schiffes für seine lateinische Predigt. In ganz Bayern gibt es nur vier vergleichbare Kanzeln. Während der Fastenzeit werden die Altäre der Abteikirche mit Passionsdarstellungen aus dem 18. Jahrhundert verhängt.
Im Anschluss an den Gottesdienst besichtigten die Seminaristen das alte Kloster und fuhren am Nachmittag nach Kaufbeuren zu einer Besichtigung des Kreszentia-Klosters, bevor der Tag mit der Vesper in der Sankt-Blasius-Kirche ausklang.
Wie die Christen aller Zeiten hat am Aschermittwoch auch die Seminargemeinschaft in Wigratzbad den Weg der Buße und Vorbereitung auf Ostern eingeschlagen: Priester, Diakone und Seminaristen empfingen die Asche ihrem Weihegrad gemäß in Kreuzform aufs Haupt gestreut. „Gedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staube zurückkehren wirst“ – diese eindrücklichen Worte rufen und die Notwendigkeit der Gnade unseres Erlösers ins Gedächtnis, in der Kraft derer wir alles vermögen.
Mit großer Freude geben wir bekannt, dass der H. H. Bischof Vitus Huonder am 22. Februar 2012 in seinem Bistum Chur zwei Personalpfarrei für die außerordentliche Form des römischen Ritus errichtet hat, nämlich in Zürich die Pfarrei "Hl. Maximilian Kolbe" und in Oberarth die Pfarrei "Maria Immaculata". Für die Pfarrei "Hl. Maximilian Kolbe", die sich auf Gebiet des Kantons Zürich erstreckt und die der Priesterbruderschaft St. Petrus anvertraut wurde, hat der Bischof P. Martin Ramm FSSP zum Pfarrer ernannt. Die Einweihung der Pfarrei findet am 4. März in Anwesenheit des Generaloberen P. John Berg statt.
Im Dezember letzten Jahres unternahmen einige Schüler der gymnasialen Oberstufe eine Reise nach England, um – eingebettet in einen geistlichen Rahmen – Land und Leute kennenzulernen und natürlich, um ihre Sprachkenntnisse zu pflegen. Eine Woche lang besuchten die Schüler vormittags den Unterricht einer englischen Schule und erkundeten London, Reading und Oxford. Katholische Familien kümmerten sich den Rest der Zeit um die Besucher. Die Schule bedankt sich besonders bei allen, die diese Reise ermöglicht haben, besonders bei der Niederlassung der Priesterbruderschaft in Reading, bei der Benediktinerabtei Duai und nicht zuletzt bei all jenen Personen, die die Schüler während ihres Aufenthaltes so freundlich und unkompliziert aufgenommen haben.
Schon im Februar 2011 und zuletzt im Dezember schloss sich der Chor unserer Pfarrei in Pequannock (New Jersey, USA) für ein ehrgeiziges Projekt in der Kirche ein: Es sollte eine CD mit Weihnachtsliedern entstehen. Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein, dass die erste CD der Pfarrei bereits im Juni 2010 veröffentlicht wurde. Die Sänger konnten also routiniert an ihr neues Projekt herangehen, dessen Hauptzweck nicht nur der Wunsch der Gläubigen nach einer Aufnahme der beliebtesten Weihnachtsstücke war, sondern dem Chor auch eine dauerhafte Erinnerung an das in fünf langen Jahren erlernte Repertoire bieten sollte.
Die 35 Sängerinnen und Sänger – die meisten von ihnen begabte Jugendliche – trafen sich deshalb zwei Wochen vor Weihnachten, um die lateinischen, französischen, deutschen und natürlich auch englischen mehrstimmigen Stücke digital aufzunehmen. Ihrer eigentlichen Bestimmung entsprechend, wurden die Werke nach dieser Generalprobe dann am Weihnachtsabend in der Mitternachtsmesse zur Ehre Gottes und zur Freude der Gläubigen gesungen.
Trotz der ungezwungenen Atmosphäre stellte die Aufnahme eine Herausforderung dar: Allein schon ein Datum zu finden, das allen Sängern entgegen kam, war nicht leicht, um von den Gefahren durch Erkältungen und Heiserkeit gar nicht zu sprechen. Auch die Uhr saß den Künstlern im Nacken, waren doch nicht mehr als sechs Stunden für die gesamte Aufnahme geplant. So musste an mancher Stelle zwischen Perfektionismus und realistischer Zeiteinteilung ein Kompromiss gefunden werden – aber schließlich war die Arbeit getan! Wenngleich Musik die Frucht menschlicher Stimmen ist, braucht es für die Verwirklichung einer CD einen kompetenten Musikproduzenten, der Grafik und Herstellung übernimmt. Die Pfarrei wurde in Manhatten fündig.
Ein feines, musikalisch geschultes Gehör wird sicherlich beim Ergebnis die ein oder andere Unvollkommenheit ausmachen, aber das schmälert nicht die Freude der Sänger an ihrer Arbeit und ihre Gewissheit, Ad Maiorem Dei Gloriam gesungen zu haben.
Falls übrigens Ihr Interesse an der CD geweckt wurde: Sie erscheint im Herbst 2012.
Am Fest der Erscheinung des Herrn sind auf Einladung von Pater Jouachim der Subregens unseres Priesterseminars, Pater Bizard, und zwölf Seminaristen nach Nantes (Frankreich) aufgebrochen. Pater Bizard nutzte die Gelegenheit, um in der außergewöhnlich gut gefüllten Kirche über das Thema „Berufung“ zu predigen. Ausnahmsweise mussten die örtlichen Ministranten ihre Dienste an die Seminaristen aus Wigratzbad abtreten. Im Anschluss an die Messe hatte der Verein „Foi et Tradition“ zu einem ungezwungenen Picknick in einer nahe gelegenen Schule eingeladen. Hier rief Herr Jehan-Michel Rondot, der Präsident des Vereins, die erfreuliche Entwicklung der Gemeinde in den letzten Jahren in Erinnerung: Konnte in Nantes anfänglich nur alle zwei Wochen eine Heilige Messe zelebriert werden, so sind heute zwei Geistliche der Priesterbruderschaft Sankt Petrus ständig vor Ort präsent. Mehrere junge Männer aus der Gemeinde studieren zur Zeit im Priesterseminar in Wigratzbad und bereits zwei Priester sind für unsere Gemeinschaft aus der Mitte der Gemeinde hervorgegangen.
Dank der freundlichen Erlaubnis von Hochwürden Rougé, dem Pfarrer von Sankt Clotilde und den zahlreich anwesenden Mitbrüdern der Priesterbruderschaft Sankt Petrus aus dem Raum Paris, konnte am 3. Januar ein levitiertes Hochamt zu Ehren der Patronin der Stadt, der heiligen Genovefa, zelebriert werden. Wie die Fotos belegen, haben es sich viele Einwohner der Hauptstadt nicht nehmen lassen, an der Heiligen Messe in der altehrwürdigen Basilika teilzunehmen.
Zelebrant der Heiligen Messe war Pater Guilhem Le Coq, dem Karl Marsolle und Hubert Cœurderoy als Diakon und Subdiakon assistierten. Die Predigt übernahm Pater Arnaud Evrat, der Generalsekretär der Bruderschaft. Einhellig bestätigten die Gottesdienstbesucher im Anschluss an die Messe, dass es eine außergewöhnliche Freude war, die Patronin dieser Stadt in solch prachtvoller Weise an ihrem Fest verehren zu können.