RIP P. Kenneth Walker

14. Juni 2014: Brief des Generaloberen zum Tode von P. Kenneth Walker FSSP

Liebe Freunde der Priesterbruderschaft St. Petrus

Während wir für unseren Mitbruder P. Kenneth Walker beten, erfahren wir einen großen Trost im Zustrom von Beileids- und Gebetsbekundungen seitens von Bischöfen, Ordensgemeinschaften, Priestern und Gläubigen. Hunderte von hl. Messen wurden bereits für P. Walkers Seelenruhe und Pater Terras Gesundung zelebriert. Durch Gottes Gnade und Ihren Gebeten geht es P. Terra besser und wir hoffen auf seine völlige Wiederherstellung.

In den vergangenen Tagen wurde einiges darüber veröffentlicht, was für ein tugendhafter Priester P. Walker gewesen ist und wie sehr ihn seine Mitbrüder und die Gläubigen seiner Pfarrei vermissen werden. In einer Zeit, die sich so sehr für Klerikerstars und die neuesten Evangelisierungsmethoden interessiert, legte P. Walkers Leben Zeugnis von einer der größten priesterlichen Tugenden ab, die da ist eine ruhige und beharrliche Stärke, die den guten Hirten auszeichnet, der unablässig über seine Herde wacht.

Die Gläubigen seiner Gemeinde fanden für ihn die gleichen Worte wie seine Mitbrüder: Er war ernsthaft und beständig, diensteifrig, wobei ihm nichts lästig zu werden schien. Die Worte des Herrn über Nathanael passen wohl am besten zu P. Walker: „Ein Mann, in welchem kein Falsch ist.“ Das Vorbildliche an ihm, woran wir uns erinnern werden, sind nicht Worte, sondern Taten. Es wäre sehr schwer, jemanden zu finden, der ihn je über andere klagen oder schlecht reden gehört hätte. Als P. Walkers früherer Professor und als Oberer kann ich außerdem bestätigen, daß er es gern und ohne Stolz hinnahm, wenn ich ihn auf Fehler hinwies. Er strebte aufrichtig nach Verbesserung in allen Bereichen seines Lebens sowohl als Seminarist als auch als Priester. Ich weiß, daß man in solchen Situationen leicht zu Übertreibungen neigt. Trotzdem möchte ich sagen, daß die Art Unschuld, die an P. Walker ins Auge fiel, in diesem Jammertal nur selten angetroffen wird.  

Sein Leben und sein priesterlicher Dienst hienieden haben ein tragisches Ende genommen: Nur zwei kurze Jahre durfte er im Weinberg des Herrn arbeiten. Aber wir sind für die Zeit, die ihm für seinen Dienst in der Bruderschaft gegeben war, sehr dankbar. Seine Gründe, dem Ruf des Herrn zu folgen, beschrieb er in seiner Bewerbung für die Aufnahme ins Seminar mit diesen schönen Worten:

    „Gott wünscht in seiner unendliche Liebe, daß alle Menschen gerettet werden und ihr wahres Ziel erreichen. Zusammen mit der Kirche bin ich über all die Irrtümer hinsichtlich Natur und die Würde des Menschen zutiefst betrübt. So viele verstricken sich in diesen Irrtümern und lassen sich dadurch von ihrem übernatürlichen Ziel abbringen. Bei voller Erkenntnis der Situation der Welt wäre die einzige Berufung, die mich zufrieden stellen könnte, daß ich die Menschen zu ihrem Heil führe, so wie Gott es will.“

Wir wissen, daß P. Walker nicht gewünscht hätte, daß wir unsere Zeit damit verschwenden, uns über die große Ungerechtigkeit, die geschehen ist, zu ärgern. So schrecklich diese Tragödie auch ist, so wird sie doch der Bruderschaft große Gnaden bringen: O altitudo divitiarum sapientiæ, et scientiæ Dei: quam incomprehensibilia sunt judicia ejus, et investigabiles viæ ejus! (O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Entscheidungen und wie unaufspürbar seine Wege!) Die erste Gnade wird im Ansporn bestehen, daß wir nichts für selbstverständlich erachten sollen, nur weil uns der Herr zu Priestern berufen hat. Wir sind seine Werkzeuge und sollen ihm dienen, und zwar immer treuer und immer nach seinem erhabenen Willen und wie die Kirche dies will, zur größeren Ehre Gottes. Verlieren wir jetzt keine Zeit und beten mit ganzer Kraft für P. Walker.

Wir danken den vielen Pfarreien, die heilige Stunden abgehalten und Messen zelebriert haben; ihr Mitgefühl rührt uns. P. Eric Flood, Distriktsoberer von Nordamerika, wird am Montag [16. Juni 2014] in Phoenix in Anwesenheit von Bischof Thomas Olmsted ein Requiem feiern. Ich selbst werde eines hier in der Marienbasilika von Fribourg am selben Tag zelebrieren. Das Begräbnis kann erst stattfinden, wenn der Leichnam nach Kansas überführt werden wird. Selbstverständlich werden alle Informationen sobald als möglich veröffentlicht.

Veni Sancte Spiritus, Consolator optime;
In fletu solatium, reple cordis intima tuorum fidelium!

Mater Misericordiae, Ora pro nobis

Requiem Aeternam dona ei, Domine. Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.

Quatembersamstag in der Pfingstoktav, 14. Juni 2014

H. H. P. John Berg
Generaloberer FSSP.

Biographie von P. Kenneth Walker

Hochwürden Kenneth Walker FSSP wurde am 13. September 1985 in Poughkeepsie, New York, geboren. Er wurde am 13. Oktober desselben Jahres in der St. Mary`s Kirche in Wappinger Falls, New York, getauft. Während seiner höheren Schulzeit entdeckte seine Familie die traditonelle lateinische Messe und begann diese regelmäßig zu besuchen. Kenneth war sehr stark von der Messe und von der Frömmigkeit seiner Familie beeinflußt und begann eine Berufung zum Priestertum zu erwägen. Nach Abschluss der höheren Schule besuchte er die Akademie „Our Lady Seat of Wisdom“ in Barry`s Bay (Ontario) und verfolgte eine klassische geisteswissenschaftliche Ausbildung von Herbst 2003 bis April 2005. Neben dem Einfluß seiner Eltern war nach Angaben P. Walkers das College entscheidend für sein Glaubensleben vor dem Eintritt ins Priesterseminar.

In dieser Zeit reifte die Idee Priester zu werden und er besuchte Berufungs-Exerzitien der Priesterbruderschaft St. Petrus. Seine Motivation Priester zu werden, ist schön mit seinen eigenen Worten zusammengefasst, die sich in seinem Eintrittsgesuch an das Seminar finden:

    „Gott will in seiner unendlichen Liebe, daß alle Menschen gerettet werden und so ihr wahres Ziel erreichen. Gemeinsam mit der Kirche schmerzen mich so zutiefst jene Irrtümer, die die Natur und Würde des Menschen betreffen und die von so vielen Menschen auf der Welt angenommen worden sind und die sie von ihrem übernatürlichen Ziel abbringen. In voller Erkenntnis der Situation in der Welt ist somit die einzige Berufung, die mich als Arbeit erfüllen würde, eine solche, die sich darum  widmete, Menschen zur Erlösung zu führen in welcher Form auch immer Gott will, daß ich es tun solle. Dieses Werk wird am besten im Priestertum verwirklicht, das von Christus besonders für die Sorge um die Seelen eingesetzt wurde; denn mittels der Sakramente und der Unterweisung der Menschen im Glauben, erhalten diese sowohl die Wahrheit des Glaubens als auch die heiligmachende Gnade, die zum geistlichen Leben notwendig ist.“

P. Walker wurde im Herbst 2005 in unserem amerikanischen Priesterseminar „Our Lady of Guadalupe Seminary“, dem internationalen Ausbildungshaus der Bruderschaft für englischsprachige Seminaristen, in Nebraska, zugelassen und begann die vorgesehenen Studien und die Ausbildung zum Priestertum. Sein Engagement, das Ideal zu erfüllen, mit dem er das Priestertum erlangte, war in seiner Seminarzeit offensichtlich. Er erbrachte sehr gute akademische Leistungen und erhielt immer eine gute Benotung seiner Kurse. Er lebte sich in die Fülle des Ausbildungsprogramms ein, angefangen von Gebetsleben und der Liturgie bis hin zur Erholungszeit mit den anderen Seminaristen - besonders in seiner Liebe zum Fußball, einem beliebten Sport im Seminar.

Nach dem Spiritualitätsjahr wurde er in der Bruderschaft inkorporiert und erhielt am 6. Oktober die Soutane und die Tonsur durch Bischof Alvaro Corrada S.J. Nach weiteren fünf Jahren des Gebetes, der Arbeit und des Studiums weihte ihn Bischof Fabian Bruskewitz am 29. Januar 2011 zum Subdiakon. Er wurde am 18. März der FSSP dauerhaft inkorporiert und am folgenden Tag, dem 19. März 2011 - dem Fest des hl. Joseph - durch Bischof Czelaw Kozon von Kopenhagen zum Diakon geweiht.

Als Diakon reiste für einige Monate in das europäische Priesterseminar der Bruderschaft in Wigratzbad (Deutschland), um weitere Studien zu absolvieren und um den Blick für den internationalen Charakter der Bruderschaft zu erlangen. Er war auch für einige Monate in der Mission Mater Misericordiae der FSSP in Phoenix, Arizona, tätig. Interessanterweise spendete er seine erste Taufe am 13. Oktober 2011, dem Jahrestag seiner eigenen. Im Mai 2012 kehrte er nach Nebraska zurück, machte Exerzitien ud bereitete sich auf die Priesterweihe vor, dem Höhepunkt seiner sieben Jahre des Studiums und des Gebetes.

Am 19. Mai 2012  empfing Kenneth Walker von Bischof Fabian Bruskewitz die hl. Weihe zum Priestertum Christi unseres Erlösers in Lincoln, Nebraska. Er zelebrierte seine Primizmesse in der Kapelle St. Peter und Paul unseres Priesterseminars „Our Lady of Guadalupe“, an der Seite von P. John Berg, dem Generaloberen der Petrusbruderschaft, der als Priesterassistent fungierte. Im selben Sommer erhielt er seine erste priesterliche Dienstzuweisung und kehrte in die Mission Mater Misericordiae in Phoenix als Vikar von P. Joseph Terra zurück.

Sein priesterliches Leben und sein Wirken an „Mater Misericordiae“ war ein Fortdauern und eine Bestätigung der Ideale, die ihn zum Priestertum geführt haben. Er widmete sich seiner priesterlichen Sendung, indem er täglich die Messe im traditionellen lateinischen Ritus feierte und regelmäßig Beichte hörte. Die Gläubigen der Pfarrei schätzten ihn, sowohl als Priester als auch als Freund. Um die Marienverehrung zu fördern, begann er damit, eine Nachbildung der „Pilger-Statue“ Unserer lieben Frau von Fatima in die Häuser der Pfarrangehörigen zu bringen. Er half auch eine örtliche Gruppe der „Knights of Columbus“ zu gründen, um den Männern der Pfarrei in ihrem Gebetsleben und in ihrer Arbeit für die Gemeinde zu helfen und zu ermutigen. Seine Liebestätigkeit unter den Obdachlosen der Gegend war sowohl bei den Besuchern der Mission als auch in der Nachbarschaft bekannt.

Am 11. Juni 2014 - dem Quatembermittwoch von Pfingsten - wurde P. Walker auf tragische und fatale Weise bei einem Vorfall in der „Mater Misericordiae Misson“ erschossen. P. Joseph Terra, der bei demselben Überfall selbst lebensbedrohlich verletzt wurde, war noch fähig, P. Walker die Lossprechung und die Sterbesakramente zu spenden, bevor er selbst ins Krankenhaus gebracht wurde.

Die Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Petrus vereinen sich mit der Familie des Verstorbenen und den Mitgliedern der „Mater Misericordiae Mission“ und all jenen, die von diesen Ereignissen berührt sind, im Gebet und zum Gedächtnis des Lebens und des Priestertums von P. Walker. Die Gnaden der zahlreichen Gebete und Messintentionen geben uns große Hoffnung und Trost, dass er seine ewige Ruhe finde in der glückseligen Schau (visio beatifica), eins mit der Gottheit, die er auf Erden in seinen geweihten Händen gehalten hat.

Wir bitten um Ihr Gebet für die Seelenruhe von P. Kenneth Walker und daß Gott in seiner Liebe und seinem Erbarmen der Familie und seinen Pfarrangehörigen in dieser schrecklichen Tragödie großen Trost schenken möge..

Oremus:
 „Gott, Du hast unter den Nachfolgern der Apostel im Priesteramt Deinen Diener Kenneth mit der priesterlichen Würde ausgezeichnet; darum bitten wir: er möge mit ihnen zu ewiger Gemeinschaft vereint werden. Durch Christus unseren Herrn.“
Requiem Aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.

Ordination to the Holy Priesthood of Fr. Kenneth Walker in Lincoln, Nebraska by Bishop Fabian Bruskewitz, 19 V 2012

Ordination to the Holy Priesthood of Fr. Kenneth Walker in Lincoln, Nebraska by Bishop Fabian Bruskewitz, 19 V 2012

Ordination to the Holy Priesthood of Fr. Kenneth Walker in Lincoln, Nebraska by Bishop Fabian Bruskewitz, 19 V 2012

Fr. Kenneth Walker blesses Bishop Bruskewitz, 19 V 2012

First priestly blessings

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

Fr. Kenneth Walker's first Mass at the Chapel of Sts. Peter and Paul at Our Lady of Guadalupe Seminary, assisted by Fr. John Berg, Superior General of the FSSP.

On May 19, 2013, Bishop Olmsted came and administered the Sacrament of Confirmation in Phoenix

On May 19, 2013, Bishop Olmsted came and administered the Sacrament of Confirmation in Phoenix

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[1]: O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Entscheidungen und wie unaufspürbar seine Wege! - Röm 11,33; Capitulum der ersten Vesper vom Sonntag