Priesterseminare Die Seminarkapelle in Denton (USA)

Am 3. März 2010 hat S. Ex. Fabian Bruskewitz, Bischof von Lincoln (Nebraska) die neue Kapelle des Priesterseminars „Unserer Lieben Frau von Guadalupe“ feierlich geweiht.

Drei wichtige Tage für die Priesterbruderschaft Sankt Petrus (Fotoalbum 1)
Bereits am 1. März trafen sich rund sechzig Priester der Bruderschaft im einige Kilometer vom Seminar entfernten Waverly zu einem Treffen mit Pater John Berg, dem Generaloberen der Gemeinschaft. Ebenso wie ein Großteil der Priester des nordamerikanischen Distrikts, nutzten auch mehrere Priester aus Europa die Gelegenheit zur Begegnung. Am Folgetag, dem 2. März, berichteten Pater Berg und der Distriktobere für Nordamerika, Pater Eric Flood, über die Entwicklung der Bruderschaft und unterstrichen die Bedeutung des Gemeinschaftslebens für die Bruderschaft. Im Anschluss erläuterte der französische Distriktobere, Pater Vincent Ribeton, die Situation in seinem Distrikt. Schließlich berichtete Pater Armand de Malleray, Kaplan der Konfraternität Sankt Petrus, über die vielversprechende Entwicklung der Laienvereinigung, deren Mitglieder jeden Tag für die Priester und Seminaristen der Bruderschaft beten.

Feierliche Vesper und Vorbereitung der Reliquien
(Fotoalbum 2)
Der erste Teil der Kirchweihzeremonie begann am Abend des 2. März: Im Anschluss an die gesungene Vesper in der Aula Magna des Seminars, die bislang als Kapelle diente, schritt Pater Berg zur Vorbereitung der Reliquienbehältnisse, die am Morgen der Kirchweihe in den Altären der neuen Kapelle eingemauert wurden. Jedes der kleinen Silberkästchen enthält die Reliquien mehrerer heiliger Märtyrer und wurde mit dem Wachssiegel des Diözesanbischofs verschlossen. Hierauf wurden die Behältnisse in einen kleinen hölzernen Reliquienschrein gelegt und in Prozession, begleitet von den Gesängen der Allerheiligenlitanei, durch den Kreuzgang des Seminars getragen. Schließlich erfolgte die Segnung des „gregorianischen Wassers“: Dieses mit geweihtem Wein und geweihter Asche vermengte Wasser wird in der Weihezeremonie für die Besprengung der Außenwände der Kirche verwendet. Abschließend wurde auch der Weihrauch gesegnet, der am nächsten Tag auf den Altären verbrannt wurde.

Die Kirchweihzeremonie
Die gut vierstündige Kirchweihzeremonie begann am nächsten Morgen um 10 Uhr in Anwesenheit von Kardinal William Levada, dem Präfekten der Glaubenskongregation und Präsidenten der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. Neben Bischof Fabian Bruskewitz fungierten als Mitkonsekratoren der Kirche auch S. Ex. James Timlin, emeritierter Bischof von Scranton, Bischof Robert Finn (Kansas City/St. Joseph), Bischof Edward Slattery (Tulsa), Abt Philip Anderson (Clear Creek), der Generalobere der FSSP, Pater John Berg, sowie Pater Joseph Bisig, Regens des Priesterseminars und Charles Van Vliet, Assistent des Generaloberen.

I. Die Reinigung und Weihe der Kirche (Fotoalbum 3)
Nach einer kurzen Statio vor den Reliquien begann Bischof Bruskewitz die Besprengung der Kirche mit dem „gregorianischen Wasser“. Nach dem Umschreiten des Gebäudes, begleitet vom anwesenden Klerus, schlug der Bischof mit seinem Hirtenstab dreimal gegen das verschlossene Portal der Kirche, das hiernach geöffnet wurde. Es folgte der feierliche Einzug des Klerus, der im Chorgestühl platznahm. Sodann wurde die Allerheiligenlitanei gesungen.

Nun besprengte der Bischof die Innenwände, den Boden und den Hauptaltar mit „gregorianischem Wasser“, während die Mitkonsekratoren dasselbe mit den sieben Seitenaltären der Kirche taten.

In der Mitte des Kirchenschiffs schrieb der Bischof mit seinem Stab das griechische und lateinische Alphabet auf ein vorbereitetes Aschenkreuz. All diese Riten bezeichnen die Inbesitznahme der Kirche, die wirklich ein „Haus Gottes“ ist. Abgeschlossen wurde dieser Teil der Zeremonien durch den Gesang der Kirchweihpräfation.

II. Die Übertragung der Reliquien (Fotoalbum 4)
Der ganze Klerus zog nun gemeinsam mit dem Bischof in die alte, provisorische Seminarkapelle, wo die Reliquien seit dem Vorabend aufbewahrt wurden. Vier mit roten Dalmatiken bekleidete Diakone trugen den Schrein zur neuen Kapelle. Die acht Reliquienbehältnisse wurden nun von den Konsekratoren in die „Altargräber“, kleine Aussparungen auf den Altären, gelegt, die anschließend mit Zement verschlossen wurden, der ebenfalls vorher mit gregorianischem Wasser angerührt worden war.

Unter den Reliquien befanden sich Fragmente der Apostelfürsten Petrus und Paulus, von Papst Clemens, der Märtyrer Kosmas und Damian, des heiligen Vinzenz von Saragossa, des heiligen Thomas von Canterbury und des heiligen Laurentius. In jedem Behältnis befand sich ebenfalls eine Reliquie der im Jahr 2001 heiliggesprochenen Priestermärtyrer aus der mexikanischen Verfolgung während der Cisneros-Kriege.

III. Weihe der Kirche und der Altäre (Fotoalbum 5)
Bischof Bruskewitz salbte und beweihräucherte daraufhin mit heiligem Chrisam die zwölf auf den Kirchenwänden befindlichen Kreuze, ebenso wie das Hauptportal. Es schloss sich die Salbung der fünf auf der Altarplatte eingravierten Kreuze und des Altarunterbaus an. Auch die Mitkonsekratoren salbten die ihnen zugewiesenen Altäre, bevor die Altäre beweihräuchert wurden. Hierauf wurden auf die zuvor gesalbten Altarkreuze Weihrauchkörner gestreut, auf die jeweils ein kleines wächsernes Kreuz gelegt wurde. Der Bischof stimmte nun den Hymnus „Veni Sancte Spiritus“ an. Underdessen entzündeten die Akolythen mithilfe der Wachskreuze die Weihrauchkörner auf den Altären, bevor der Bischof schließlich die Weihepräfation für die Altäre sang.

Das feierliche Pontifikalamt (Fotoalbum 6)
Unmittelbar im Anschluss zelebrierte Bischof Bruskewitz die feierliche Kirchweihmesse. Die Seminaristen sangen das gregorianische Proprium und die dreistimmige Messe von William Byrd.

Seine Eminenz Kardinal Levada verlas eine Botschaft des Heiligen Vaters, die unter anderem folgendes enthielt: „Seine Heiligkeit betet dafür, dass die neue Kapelle stets als ein heiliger Ort respektiert wird, ein Ort für die Verherrlichung der Majestät des Allerhöchsten. Sie möge ein Zentrum sein, von dem aus die Schönheit und der Reichtum des katholischen Glaubens mit Überzeugung verkündet werden und soll ein Ort sein, an dem die Seminaristen und Professoren in ihrem Streben nach Heiligkeit und einer immer tieferen Gemeinschaft mit dem Herrn und Seiner Kirche bestärkt werden.“ Kardinal Levada erinnerte in seiner anschließenden Predigt daran, dass es „das spezielle Charisma der Bruderschaft“ sei, dem Heiligen Vater „durch die Anwendung des Motu Proprios Summorum Pontificum dabei zu helfen, die Einheit der Kirche für die Personen zu bewahren, die sich der traditionellen Messform verbunden fühlen.“

Auf den bischöflichen Segen und die Schlussprozession folgte das traditionelle Gruppenfoto, das die anwesenden Prälaten, Priester und Seminaristen vereinte.

Danksagung (Fotoalbum 7)
Während des offiziellen Abendessens, das im großen Refektorium des Seminars stattfand, bedankte sich Pater Berg aufrichtig bei den verschiedenen Teilnehmern: Kardinal William Levada, den verschiedenen Bischöfen und bei allen Personen, die durch ihre Großzügigkeit, ihr Gebet und ihre Arbeit zur Verwirklichung dieses großen Vorhabens „ad majorem Dei gloriam – zur größeren Ehre Gottes“ beigetragen haben.

Liveübertragung auf EWTN
Die Weihe und das Pontifikalamt wurden durch den Fernsehsender Eternal World Television Network (EWTN) live übertragen.
Das EWTN Global Catholic Network (Eternal Word Televison Network) ist der weltweit größte religiöse Fernsehsender. EWTN wurde 1981 von der Franziskanerklarissin Mutter Angelica in Birmingham (Alabama/USA) gegründet. Zum Programmangebot des weltweit größten katholischen Fernsehsenders gehören Dokumentarfilme, Nachrichten, Kinder- und Jugendsendungen, Talk-Shows und Spielfilme. Mutter Angelica hat ihren Sender 1981 mit starkem Glauben, 200 Dollar und viel Überzeugungskraft begonnen. Inzwischen erreicht der ausschließlich durch Spenden finanzierte Sender mit seinem englischen und spanischen 24-Stundenprogramm weltweit mehr als 140 Millionen Haushalte in 144 Ländern auf allen Kontinenten. Seit Dezember 2006 strahlt EWTN in Europa sein Programm auch über den Satelliten Astra 19,2° Ost aus und kann mit einer digitalen Satellitenempfangsanlage kostenfrei empfangen werden. Darüber hinaus bietet EWTN sein Programm auch als Live-Stream im Internet an und kann ferner regional im Kabel empfangen werden www.ewtn.de.

Die Kirchweihzeremonie

Über das Priesterseminar “Unserer Lieben Frau von Guadalupe”
Im ländlichen Denton, Nebraska gelegen, ist das der Jungfrau von Guadalupe geweihte Priesterseminar die englischsprachige Ausbildungsstätte der Priesterbruderschaft Sankt Petrus. Rund 60 junge Männer aus allen Teilen der Welt bereiten sich hier während des siebenjährigen Studiums auf das Priestertum vor. Gleichzeitig finden hier auch zahlreiche Schulungen zum Erlernen der Feier der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form statt – Priester aus über 70 US-amerikanischen Diözesen haben seit 2007 bereits daran teilgenommen (siehe www.fssptraining.org).

Das Seminargebäude bietet Platz für maximal 100 Seminaristen und 13 Priester. Die Bauarbeiten für die Errichtung des Seminars wurden im Herbst 1998 begonnen und fanden mit der Fertigstellung der Kapelle ihren krönenden Abschluss.

Dank der Bemühungen von Thomas Gordan Smith, dem Architekten der Kirche, spiegelt die neue Seminarkapelle die reiche Tradition kirchlicher Architektur wider: Nach dem Durchschreiten des Eingangsportals aus Mahagoniholz eröffnet sich dem Besucher der Blick auf die gesamte Schönheit des Baus: den erhöhten Hauptaltar, der sich unter einem 10 Meter hohen Baldachin befindet, die sieben Seitenaltäre der Kirche und das 92 Plätze umfassende Chorgestühl.

Die Bauarbeiten in Bildern (Photos der laufenden Bauarbeiten)


Zeichnung der Seminarkapelle St. Peter und Paul.

 

 


2007: Bauplatz der künftigen Kapelle.
 


September 2008: Laufende Bauarbeiten ...

 

 


Oktober 2008: Errichtung der Säulen.

 


September 2009.

 


Dezember 2009: Innenausbau.


Unsere Anschrift:
Our Lady of Guadalupe Seminary
7880 West Denton Road
Denton, NE 68339 USA
Tel. 001/402/ 797-7700
www.fsspolgs.org