Dokumente Ansprache von Pater Arnaud Devillers bei der Bischofssynode, 20. Oktober 2001
Heiliger Vater, Eminenzen und Exzellenzen, Brüder
und Schwestern in Christus!
Mein Name ist Arnaud Devillers. Ich bin Generaloberer der Priesterbruderschaft
St. Petrus, einer sehr jungen Gemeinschaft; in diesem Monat vollenden
wir unser 12jähriges Bestehen. Obwohl wir eine so junge Gründung
sind, haben wir kürzlich zwei größere Seminare gebaut, eines
in Amerika, das andere in Europa. Unser Mutterhaus ist in Süddeutschland,
in der Diözese Augsburg und ich lebe hier seit über einem Jahr.
Ich spreche englisch, da ich noch immer auf der via purgativa
des Versuches, die deutsche Sprache zu beherrschen bin! Viele von
Ihnen haben hier - zurecht - auf der geistlichen Vaterschaft des
Bischofs bestanden. Ich möchte meine Erfahrungen über die geistlichen
Bedürfnisse einiger Ihrer Kinder mit Ihnen teilen.
In den letzten zwölf Jahren haben meine Mitbrüder und ich einer
bestimmten Art von Gläubigen gedient. Diese Gläubigen sind verschiedenen
ethnischen Ursprungs, Reiche und Arme, Gebildete und Ungebildete,
Praktizierende und Nicht-Praktizierende, in voller Einheit mit ihrem
Bischof oder nicht, Katholiken von Kindheit an oder Konvertiten,
aber alle diese haben eines gemeinsam: sie bestehen darauf, oder
wünschen es, eine Lateinische Messe nach dem Römischen Missale von
1962 zu besuchen, um ihren Glauben zu praktizieren. Hierfür zögern
sie auch nicht, große persönliche und familiäre Opfer zu bringen.
Für die meisten von ihnen ist dies keine Nostalgiereise, da sie
zu jung sind, um sich an diese Messe zu erinnern. Ihre Motive sind
verschieden, manche legitim, manche nicht. Für einige ist es nur
eine Vorliebe, andere empfinden viel tiefer. Aber alle scheinen
hier geistliche Erfüllung und Glück zu finden.
Im Juli 1988 gab der Heilige Vater, als Antwort auf einen Bruch
in der Kirche, das Apostolische Schreiben Motu
Proprio Ecclesia Dei Adflicta heraus, in dem er erklärte,
daß diese “Bindung an frühere liturgische und disziplinäre Formen
der Lateinischen Tradition” “berechtigte Bestrebungen” sind und
bat “um die Unterstützung der Bischöfe und all jener, die im pastoralen
Dienst tätig sind”. “Überdies muß den Gefühlen all jener, die der
Lateinischen liturgischen Tradition verbunden sind, durch eine weite
und großzügige Anwendung der vom Heiligen Stuhl bereits vor einiger
Zeit herausgegebenen Direktiven für den Gebrauch des Missale Romanum
nach der typischen Ausgabe von 1962 Achtung entgegengebracht werden.”
Viele Bischöfe waren in der Tat großzügig bezüglich dieses Aufrufes
des Heiligen Vaters und gewähren den Gläubigen in ihren Diözesen
die liturgische Wahlfreiheit. Im Namen dieser Gläubigen möchte ich
dem Heiligen Vater und all jenen Bischöfen, die seinem Aufruf Beachtung
geschenkt haben, danken...
Wo immer der Ortsbischof dieses Werk unterstützt und ermutigt,
sind die Ergebnisse wahrhaft erstaunlich. Menschen, die ihren Glauben
aufgegeben oder nicht mehr praktiziert haben, werden nicht nur zu
regelmäßigen Kirchgängern, sondern beginnen schrittweise, das Mysterium
von Kirche, Hierarchie und Gemeinschaft umfassender zu verstehen.
Oft beginnen sie, ihre Zeit in großzügigster Weise verschiedenen
diözesanen Diensten zu schenken, so z.B. dem Prolife-Apostolat.
Ich beende diese Wort mit einer Bitte an all jene, die mit einer
Diözese betraut sind: Bitte beantworten Sie den Aufruf unseres Heiligen
Vaters, jenen, die es wünschen, die Indultmessen zu gewähren, mit
Großzügigkeit. Bei meinen Reisen und Besuchen bei Gläubigen
habe ich oft gespürt, daß ich ihnen Hoffnung brachte, konnte
mich aber eines quälenden Zweifels nicht erwehren: Was ist, wenn
ihre Hoffnung zerstört wird? Damit dieser Dienst erfolgreich ist,
lassen Sie sie spüren, daß sie willkommen und daß Sie auch
ihr Vater sind, versichern Sie sich, einen Priester zu bestellen,
der das Einfühlungsvermögen, die Zeit und Geduld hat, ihr Hirte
zu sein und der in voller Einheit mit Ihnen und Ihrem Presbyterium
arbeitet, - und Sie werden die erstaunlichen Wirkungen der Gnade
erleben. Wenn Sie einen solchen Priester nicht finden können, rufen
Sie nur an....
Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Dixi.
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